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✍️ Copy mit KI · Webinar-Recap

Was 80% Copy-Qualität kostet (und warum die letzten 20% dich umbringen)

13. März 2026 · Lesezeit ~8 Min.

Till ist seit zwanzig Jahren Werbetexter. Und er nutzt KI für Copy. Nicht trotzdem, sondern deswegen. In unserem Webinar hat er gezeigt, wie man mit KI gute Texte schreibt, wo die Grenze liegt, und warum die meisten Briefings viel zu lang sind. Hier ist sein Part als Recap.

Der 5k-auf-45k-Case

Ein Kunde aus dem Medizin- und Beauty-Bereich. Start-up, drei Monate in der Betreuung. Der monatliche Umsatz ist in der Zeit von 5k auf 45k hochgegangen. Und alles, was wir gemacht haben, war die Copy verändern. Auf SEO und GEO optimiert, emotionalisiert, und konsequent durchgezogen auf allen Seiten.

5k € / Monat45k € / Monat

in 3 Monaten · kein neues Tool, kein Redesign, kein höheres Ad-Budget

Nur die Worte.

Warum kurze Prompts lange Briefings schlagen

Wir hatten einen Kunden, Ligre, Hersteller von hochwertigen Siebträgermaschinen. Die wollten eine agentic Copy-Lösung: ein KI-Agent für alles. Blogtexte, CRM, Website, Headlines. Am Ende hat sich herausgestellt: vier spezialisierte Agenten arbeiten viel besser als einer für alles.

Slide aus dem Webinar: Ligre wollte einen KI-Agenten für Blogtexte, CRM, Website und Headlines, vier spezialisierte Agenten lieferten bessere Ergebnisse
Ein Agent für alles klang gut. Vier spezialisierte lieferten besser.

Das Briefing? Das typische Muster. Fünfzig Dokumente. Brand Guide, Philosophie, Identity, Pressemeldungen, Newsletter. Alles rein in die KI, und dann bitte geile Texte. Kommt aber nur Brei raus. Zu viel Input tötet den Output.

Slide aus dem Webinar: Warning Overload, fünfzig Briefing-Dokumente auf einmal in die KI gekippt
So sieht ein typisches Briefing aus. Genau das ist das Problem.

Am Ende war es ein einziger, kurzer Prompt, der den Job gemacht hat. Ein Teil davon ist markenspezifisch, der andere Teil ist einfach eine Beschreibung davon, was ein guter Text eigentlich ist. Weil die KI das nämlich nicht weiß. Auch nicht, wenn du ihr sagst, sie soll sich in einen Copywriter mit dreißig Jahren Erfahrung versetzen. Du musst ihr einmal genau sagen, wie ein guter Text funktioniert. Und dann läuft’s.

Der generische Teil, fast für jeden nutzbar
Schreibe einen Text in der Tonalität: direkt, stilvoll, nutzenorientiert, leicht poetisch eingefärbt. Verwende kurze bis mittlere Sätze, aktive Verben, wenig Füllwörter, keine Buzzwords. Nutze gelegentlich rhetorische Fragen. Ganz selten auch mal den Leser direkt ansprechen, in Du-Form. Niemals Siezen. Generell keine Bullet-Points und keine Gedankenstriche. Steige in den Copytext mit einem kreativen Einstieg ein. Er sollte den Leser überraschen und auf eine bildhafte Art eine allgemeine Wahrheit wiedergeben, die zum Copythema passt. Am Ende immer ein Schluss-Satz, der pointiert und humorvoll auf das Gesagte reflektiert. Bitte variiere jedes Mal die Form des Einstiegs und des Outros. Es darf nicht jedes Mal eine Metapher sein. Also nicht jedes Mal schreiben „XY ist wie XY“.

Den markenspezifischen Teil musst du selbst ergänzen. Aber dieser Block hier funktioniert erstaunlich breit, quer über Branchen und Textsorten.

60% → 70% → 80%: Die Qualitätsstufen

Reiner KI-Output: 60% von dem, was an einem richtig guten Copytext möglich ist. Nicht schlecht, aber auch nicht gut genug. Dann drei bis fünf Wiederholungen, gezielt an konkreten Textstellen: 70%. Der Einstieg hat noch nicht gepasst, das Ende klingt generisch, gib mir noch mal Vorschläge. So kommst du in ein rollierendes System mit der KI. Und wenn du dann noch mit gesundem Menschenverstand den Feinschliff machst, bist du bei 80%. Besser als fast alles, was da draußen an Texten existiert.

60%
Reiner KI-Output

Besser als fast alle Texte von Nicht-Textern. Aber eben nicht gut genug.

70%
3–5 Iterationen

Gezielt an konkreten Textstellen nachfassen, nicht den ganzen Text neu generieren lassen.

80%
Mit Feinschliff

Gesunder Menschenverstand drüber. Ab hier besser als fast alles da draußen.

100%
Der lange Weg

Ein guter Texter, ein Tag Arbeit, eine Headline. Nur mit bewusster Entscheidung.

Slide aus dem Webinar: die Copy-Qualitätsstufen 60, 70 und 80 Prozent mit menschlichem Feinschliff
With a little help from a Mensch.

Till hat’s verglichen mit einem Elektroauto. Auf 80% laden geht superschnell. Aber die letzten 20%? Die dauern hundert Jahre, weil der Akkuwiderstand immer höher wird. Genauso ist es mit Copy.

Wer die letzten 20% trotzdem will

Es gibt Marken, die das machen. Bei denen ist wirklich alles Copy vom Allerfeinsten, auf der Verpackung, in der Anzeige, auf der 404-Seite. Das fällt auf. Und es fällt Leuten auf, die selbst in der Branche arbeiten.

Der Aufwand steckt in den Köpfen, nicht im Media-Budget.

Deshalb kosten solche Marken oft weniger, als man beim Lesen vermutet.

Aber das ist eine bewusste Entscheidung. Ein guter Texter sitzt einen halben bis ganzen Tag an einer guten Headline und einer guten Copy. Das ist nicht für jede Marke das Richtige.

Der Sweetspot für die meisten: 80% mit KI plus ein Copywriter, der die wichtigsten Headlines schreibt. Nicht alles händisch. Nur das, was am meisten gesehen wird.

Die eine Sache, die ihr mitnehmen sollt

Merkmal → Mehrwert → Mensch. Nicht schreiben, was euer Produkt kann. Schreiben, was es verändert. Wanderschuhe mit weichem Lamaleder ist ein Merkmal. Besonders anschmiegsam an der Hacke ist der Mehrwert. Keine Blasen mehr beim Wandern, das ist der Mensch. Da kaufen Leute.

Slide aus dem Webinar: Merkmal, Mehrwert, Mensch am Beispiel Wanderschuhe
Der Copy-Cheat aus dem Webinar.

Und noch was: Jede Textstelle ist ein Markenkontakt. Fehlerseiten, Warteseiten, 404-Screens, Bestätigungsmails. Die langweiligsten Texte, die keiner liest, außer wenn man drauf landet. Und genau da hast du die Chance, einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Don’t buy this jacket

Zum Schluss hat Till noch ein Beispiel für Social-Media-Copy mitgebracht. Patagonia hat geschrieben: Don’t buy this jacket. Alle schreiben „Kauf mein Produkt“. Patagonia sagt, kauf es nicht. Reparier lieber deine alte Jacke, der Planet hat genug Müll.

Slide aus dem Webinar: die Patagonia-Anzeige Don't buy this jacket als Beispiel für disruptive Social-Media-Copy
Disruptiv, brand-fit und skalierbar, drei Kriterien auf einmal erfüllt.

Passt zu ihrer Marke, ist disruptiv, ist skalierbar (funktioniert für jedes Produkt), und hat innerhalb von neun Monaten circa 30% Umsatzplus gebracht.

Die Leute sind nicht dumm. Die verstehen das. Und feiern dich genau dafür, dass du den Mut hattest, so was zu schreiben.

Copy mit uns angehen

Mehr aus dem Webinar

Das Haupt-Recap

Die 5%, die den größten Effekt haben

Disruptionskante, Copy als günstigster Hebel und Workflows statt Menschen, der strategische Rahmen zum Webinar.

Recap lesen →
Die Ideenliste

34 Organic-Growth-Ideen, die du morgen umsetzen kannst

Von One-Click-Glossaren über Grounding Pages bis zu Community Carousels. Sortiert nach Thema.

Ideen ansehen →
Till Felber
Till Felber
Mitgründer, Copy & Conversion, Werbetexter seit rund 20 Jahren

Seit rund zwanzig Jahren Werbetexter, Mitgründer von LLAMA LEAGUE. Verantwortet Copy, Conversion und die Verbindung aus Markensprache und Suchoptimierung.

CC BY 4.0, zitieren mit Quellenangabe (LLAMA LEAGUE) erlaubt.